/
  • Materialdefinitionen
  • Anforderungen an den Packstoff Wellkarton
  • Wellkartonqualitäten (Sorten)
  • Ausmessen einer Verpackung (Innenmass)
  • Das RESY-Symbol

Materialdefinitionen

Wellkarton (Wellpappe)

Wellkarton (Wellpappe) ist eine Kombination aus Deckenpapier und Wellenpapier. Je nach Anzahl der Papierschichten unterscheidet man die folgenden Sorten.

Materialien

Deckenpapiere (Liner) haben den Zweck, statische und dynamische Kräfte wie Zug, Stoss, Druck und Biegung aufzufangen. In der Regel werden die folgenden Deckenpapiere eingesetzt:

  • Für hohe Ansprüche: Kraftliner, der zu mindestens 60-80 Prozent aus Sulfatzellstoff (Frischfasern) und zu maximal 20 Prozent aus Altpapier besteht. Die langen Fasern des Sulfatzellstoffes sorgen für hohe Festigkeiten und glatte Oberflächen.
  • Für mittlere Ansprüche: Testliner, aus zwei- oder mehrlagigem Deckenpapier mit garantierten Festigkeiten. Dabei besteht die untere Lage, die Trägerschicht, aus gemischtem Altpapier und die Deckenlage aus reinen Wellpapierabfällen. Um mit Testliner gleiche Festigkeitenwie mit Kraftliner zu erreichen, muss ein höheres Flächengewicht gewählt werden.
  • Für geringe Ansprüche: Schrenz mit garantierten Festigkeiten, aus 100 Prozent Altpapier. Wellenpapiere (Fluting) haben den Zweck, vertikalen Druck abzufedern und für eine hohe Steifigkeit und Elastizität zu sorgen. Lässt die Belastung nach, gehen Wellenpapiere in die Ausgangslage zurück.

In der Regel werden die folgende Wellenpapiere verwendet:

  • Für hohe Ansprüche: Halbzellstoff (auch als Fluting bezeichnet), der zu mindestens 65 Prozent aus Sulfatzellstoff besteht und eine hohe Steifigkeit garantiert.
  • Für mittlere Ansprüche: Wellenstoff, der zu 100 Prozent aus Altpapier besteht und über garantierte Festigkeiten verfügt. Durch den Zusatz von Stärke können nahezu die gleichen Festigkeiten wie bei Zellstoff erreicht werden.
  • Für geringe Ansprüche: Wellenschrenz, aus 100 Prozent Altpapier, mit garantierten Festigkeiten.

Wellenart
Ein weiteres Kriterium, das die Qualität von Wellkarton beeinflusst, ist die Wellenart. Diese wird durch die Wellenhöhe und die Wellenteilung bestimmt. Man unterscheidet die in der Tabelle gezeigten Qualitäten.
In mehrwelligen Wellkartonqualitäten (Sorten) sind oft verschiedene Wellenarten kombiniert (EB-Welle, BC-Welle, ACA-Welle, etc.).

Anforderungen an den Packstoff Wellkarton

Die richtige Verpackung ist den Bedürfnissen an ihre Festigkeit angepasst. In der DI-Norm 55468-1 sind Festigkeitsprüfverfahren geregelt. Sie richten sich nach der voraussichtlichen Beanspruchung bzw. dem vorgesehenen Einsatz des Packstoffs Wellkarton. Standardisierte Material-, und Verpackungsprüfungen bestimmen die Durchstossarbeit, Berstfestigkeit, Kantenstauchwiderstand und Stapelstauchwiderstand. Mit diesen Prüfverfahren werden die technischen Werte des Materials  und der Wellkarton-Verpackung bestimmt.

Bemerkung: Die hier angegebenen DIN-Sorten entsprechen nicht den Technischen Werten nach DIN 55468-1



Überwiegend für Lagerbeanspruchung vorgesehen sind Wellkartonsorten mit einem technischen Wert in den Bereichen 1.01 und 1.04 sowie 2.02 und 2.03. Sie unterschieden sich bezüglich Durchstossarbeit und Kantenstauchwiderstand.

Für Transportbeanspruchung sind Wellkartonsorten mit einem Wert zwischen 1.10 und 1.40 sowie 2.20 und 2.70. Sie unterschieden sich zusätzlich bezüglich der Berstfestigkeit. Wellkartonsorten mit einem Wert zwischen 2.90 und 2.91 werden als Schwerwellkarton bezeichnet. Sie unterschieden sich bezüglich Durchstossarbeit und Kantenstauchwiderstand.

Definitionen Materialprüfungen

Durchstossarbeit (DIN 53142)
Mass für den Widerstand in Joule (1 J = 1 kg m2/s2), den eine eingespannte Wellkartonprobe dem mechanischen Durchdringen eines Durchstosskörpers entgegensetzt.
Berstfestigkeit (DIN ISO 2759)
Widerstand in kPa (Kilopascal), den eine kreisförmige eingespannte Wellkarton-Probe einem einseitig gleichmässig ansteigenden Druck bis zum Bersten entgegensetzt.
Kantenstauchwiderstand (DIN EN ISO 3037)
Auch ECT-Wert (Edge Crush Test) genannt. Er gibt Auskunft darüber, mit welcher maximalen Kraft eine Wellkartonprobe mit einer definierten Länge und Höhe beansprucht wurde. Der ECT-Wert kann zur näherungsweisen Berechnung der Stapelstauchfähigkeit eines Kartons (BCT-Wert) herangezogen werden.

Definition Verpackungsprüfung

Stapelstauchwiderstand (BCT-Wert)
Der Stapelstauchwiderstand (BCT-Wert – box compression test) gibt die Kraft an, die eine Verpackung aufnehmen und abtragen kann ohne einzuknicken. Der BCT-Wert ist also ein Maß für die Stabilität einer Verpackung und wird in kN (Kilonewton) angegeben. Dieser Wert ist abhängig von der Luftfeuchte bzw. Eigenfeuchte der Wellkarton-Verpackung sowie vom Materialaufbau (Wellkartonsorte, 1-, oder 2-wellig, Kraftliner, Testliner, usw.).

Wellkartonqualitäten (Sorten)

Durch den Einsatz verschiedener Papiere mit verschiedenen Flächengewichten und unterschiedlichen Wellenarten entsteht eine grosse Vielfalt von Wellkartonqualitäten.

Die Tabelle verschafft einen Überblick über die gängigsten:

Die Definition zum Kantenstauch-, und Berstwiderand finden Sie unter dem Thema: Anforderungen an den Packstoff Wellkarton.

Ausmessen einer Verpackung (Innenmass)

Wellkarton ist ein sehr vielseitiger Packstoff. In der Ausführung sind zahlreiche Varianten möglich: Wellenart, Anzahl der Wellenbahnen, Sorte und Flächengewicht der eingesetzten Papiere lassen sich passend zu den Anforderungen an die Verpackung variieren.

Die Wellkarton-Verpackungen werden grundsätzlich immer innen ausgemessen (siehe Abbildung). Die Grösse des Packguts bzw. der Füllinhalt bestimmt die Innenmasse.
Das Innenmass wird wie folgt defniert:

Länge (L) x Breite (B) x Höhe (H)  

Die längere Seite der Verpackung wird in der Regel als Längenmass (L) bezeichnet. Die kürzere Seite ist demnach das Breitenmass (B).

Unsere Kundenberater stehen Ihnen gerne bei der Festlegung von Ihrem gewünschten Innenmass für Ihre Verpackung zu Verfügung.
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Email.

Hier geht es zur Anleitung zum Ausmessen einer Faltbox

Das RESY-Symbol

Wozu dient das RESY-Symbol auf Ihrer Verpackung?

Altpapier ist ein wichtiger Rohstoff der papierorientierten Verpackungsindustrie. Deshalb werden seit Jahrzehnten gebrauchte Transportverpackungen aus Papier und Pappe gesammelt und stofflich wiederverwertet. Zur Sicherstellung für ein funktionierendes Rücknahme- und Verwertungsystems für gebrauchte Transportverpackungen, wurde das Resy-Symbol geschaffen. 

Die RESY Organisation (Wertstoffentsorgung GmbH) wurde 1991 gegründet. Der Schweizerische Wellkartonverband (VSW) hat sich später an die RESY Organisation angeschlossen. RESY garantiert die gesamthafte Entsorgung und stoffliche Wiederverwertung aller mit dem RESY-Symbol gekennzeichneten Transport- und Umverpackungen aus Papier und Pappe.

Mit Aufbringen des RESY-Symbols werden die Vorgaben der Verpackungsverordnung für Transportverpackungen erfüllt.